Widerstand gegen den digitalen Zugriff

digi-plakat-net

Im Oktober wollen wir uns dem Widerstand gegen den digitalan Zugriff widmen.

Zunächst eine Vortrags-/Diskussionsveranstaltung:
„Der digitale Angriff – Disconnect, keep the future unwritten!“
am Donnerstag den 15.10.15 um 19:00 Uhr im Infoladen Anschlag

und einen Workshop:
„Digitale Selbstverteidigung mit TAILS“
am Sonntag den 25.10.15 um 12:00 Uhr im Infoladen Anschlag

Wichtig: für den TAILS Workshop bringt am Besten eure eigenen Rechner mit!

Ankündigungstexte:

Der digitale Angriff – Disconnect, keep the future unwritten!
Unsere Verweigerung, am digitalen Dauersenden teilzunehmen und unsere Selbstverteidigung gegen den digitalen Zugriff sind notwendig, aber nicht ausreichend bei dem Versuch, uns langfristig der vollständigen Überwachung und der weitreichenden Fremdbestimmung zu entziehen. Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung ist zwingend erforderlich.

Seit Jahren brechen Wellen eines umfassenden technologischen Angriffs über uns herein – wir verkennen diesen Angriff als vermeintlich neutrale „technologische Entwicklung“ und spielen größtenteils bereitwillig mit. Es ist Zeit für eine fundiertere Analyse, es ist Zeit für eine Verschwörung gegen die dramatisch wachsende Fremdbestimmung.

Eine rein technische Selbstverteidigung gegen den digitalen Zugriff reicht nicht aus, um uns langfristig der vollständigen Überwachung und der weitreichenden Fremdbestimmung zu entziehen. Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung ist zwingend notwendig.

Leider bedarf es dafür – soll er eine Chance haben – einer Vorhersehung zukünftiger Entwicklungen unsererseits. Denn wir müssen jetzt aus der Zukunft ausbrechen! Wir müssen jetzt ihre Manipulation und ihre Logik einer „Big Data“-getriebenen Selbstoptimierung durchkreuzen. Wir müssen jetzt aus ihrer funktionalisierenden „Vernetztheit“ ausbrechen und jetzt ihr smartes Instrumentarium unserer Erfassung und unserer zukünftigen Lenkung entlarven und angreifen.

Dieser Vortrag bildet den Stand unserer bisherigen Diskussionen ab und liefert eine erste Sammlung von Widerstandspraxen dazu. Unser Ziel ist die Zurückweisung des smarten Griffs nach unserer Sozialität, Kreativität, Autonomie – unserem Leben. Wir suchen nach Wegen der Selbstbehauptung.

Digitale Selbstverteidigung mit TAILS
Das vorgestellte „Live-Betriebssystem“ Tails mit seinen auf Anonymisierung ausgerichteten Werkzeugen hält uns bei elementaren politischen Tätigkeiten, nämlich bei der Kommunikation, der Recherche, dem Verfassen und der Veröffentlichung von sensiblen Dokumenten „eine Weile über Wasser“. Immerhin hat Edward Snowden damit (auch nach seinem Abtauchen) kommunizieren und publizieren können, ohne seine Aufenthaltsorte zu offenbaren. Erfreulicher Weise arbeiten mittlerweile viele Journalist*innen zum Schutz ihrer Informant*innen mit Tails. Für viele politische Aktivist*innen weltweit ist die Arbeit mit Tails quasi unumgänglich.

Seit den „späteren“ Snowden-Veröffentlichungen vom März 2014 wissen wir leider mit Sicherheit, dass die Geheimdienste NSA, GCHQ und weitere für eine maßgeschneiderte Infiltration unserer Rechner keine menschlichen Hacker mehr benötigen, sondern automatisiert mit dem Spionageprogramm „Turbine“ unbemerkt spezifische Schnüffel-Software auf unseren Rechnern installieren.

Wir empfehlen angesichts dieser Angreifbarkeit über massenhaft infizierte Rechner, Tails als unveränderliches „Live-Betriebssystem“ für das Kommunizieren, die Recherche, das Bearbeiten und Veröffentlichen von sensiblen Dokumenten zu benutzen. Ein Live-Betriebssystem ist ein eigenständiges Betriebssystem, was von DVD oder USB-Stick gestartet werden kann, ohne es zu installieren! Euer Standard-Betriebssystem auf der Festplatte wird nicht angefasst.

Tails hinterlässt bei richtiger Nutzung keine Spuren auf dem Rechner – eure Festplatte bleibt unberührt. Des weiteren hilft Tails euch bei der Bearbeitung von sensiblen Text-, Grafik- und Tondokumenten. Tails verwendet beim Surfen, Mailen und Chatten automatisch die Anonymisierungssoftware „Tor“ und verändert zusätzlich die sogenannte „MAC-Adresse“ eurer Netzwerkkarte. Was das ist und wozu das von Nutzen ist, erklären wir in diesem Workshop.

Wer sich gegen die Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch das Ausspionieren jeglicher Netzdaten, gegen DNA-Datenbanken und (Drohnen-)Kameraüberwachung politisch aktiv zur Wehr setzt, sollte auch bei der Preisgabe seiner Alltagsdaten nicht nur sparsamer, sondern vor allem strategisch vorgehen.

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~ von infoladenanschlag - 10/09/2015.