Veranstaltung zur aktuellen Situation von Sonja und Christian am 26.05.2012 im AJZ

•15/05/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Veranstaltung ist eingebunden in das One Day Fest Pt. II – Solifest gegen Knäste und Repression”.

Das gesamte Programm für den Tag findet sich auf AJZ-Bielefeld unter “Programm”.

Weitere Informationen zu Sonja und Christian auch unter verdammtlangquer.org

Erfahrungsbericht über die Verlegung in die Isolation

•16/03/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Folgend ein Erfahrungsbericht von Pit Scherzel, der sich seit einem Monat im Hungerstreik befand und nach der ersten Verlegung in eine andere Zelle nun in eine Isolationszelle verlegt wurde. Es gibt keine Begründung für die Verlegung, sie dient offensichtlich nur dem Zwecke der Bestrafung aufgrund seines Hungerstreiks.
Hiermit möchten wir exemplarisch zeigen, wie die Realität in deutschen Knästen tatsächlich aussieht – fernab vom medialen Bild der sauberen, weiß gestrichenen Knäste mit gut gelaunten Gefangenen in Gruppenzellen.

„Ich wurde dann durch den Beamten R. In die Arrestzelle des D-Flügels geleitet, die durch ein zweites separates Stahlgitter im Innenbereich gesichert ist. Als er die Tür zu Zelle öffnete, gingen sowohl er, als auch ich unwillkürlich zwei Schritte zurück, denn uns kam ein übler Geruch entgegen. Die in der Wand eingelassene Stahltoilette war über und über verdreckt und teilweise verkotet, ebenso (außer Kot) verhielt es sich im Bezug auf das kleine Waschbecken. Der mit blauem Linoleum belegte Fußboden war nicht nur völlig verdreckt mit verkrusteten Essensresten, sondern zudem auch angesengt. In der Mitte des Raumes befindet sich ein großer Brandfleck … wahrscheinlich aus Versuch des zuvor im diesem Loch eingeknasteten Gefangenen, die Zelle anzuzünden. Die Matratze auf dem Bett war völlig dreckig und es blühte tatsächlich Schimmel darauf (seitlich der Ränder). Die einzige Frischluftzufuhr besteht aus einem kleinen Oberlicht in ca. 3 m Höhe, welches zur Hälfte ein Schlitzbreit aufgeklappt werden kann. Das sich darunter befindliche Fenster hat zwar normale Größe, lässt sich aber nicht öffnen, da die dbzgl. Benötigten Griffe abgeschraubt und das Loch durch eine Metallplatte dauerhaft verschlossen ist. Die Zelle ist 3-fach vergittert, Gitter, Fliegengitter und davor nochmal ein feines, das Tageslicht verdunkelnde Drahtgeflecht. Die Fensterscheiben sind dreckig und können von außen nicht gereinigt werden. Die Zelle liegt ebenerdig, abgewinkelt vom G-Flügel. Sie hat keine Gardinen oder sonstige Möglichkeiten sich vor den Blicken der Vorübergehenden oder der Mitgefangenen des Flügels zu schützen, die einen direkten Blick auf Bett und Toilette haben. Der Schrank ist beschmiert, – u.a. mit den übelsten Naziemblemen (SS-Runen, Hakenkreuz und unter anderem beschriftet mit Parolen wie „Alle Kanaken töten“) […]
Natürlich hätte ich mich wehren können und mich weigern, diese Zelle zu betreten. Aber dann wären 3, 5, oder mehr Beamte gekommen und hätten mich hineingeprügelt und ich hätte ne Strafanzeige wegen Angriffs und Körperverletzung am Hals gehabt. Also habe ich stundenlang geschrubbt und desinfiziert und nun ist dieses Drecksloch in zumindest wohnbarem Zustand. […]“

vollständiger Artikel + weitere Berichte aus dem Hungerstreik

Anti Knast Gruppe

Stellungnahme der Anti-Knast-Gruppe zum Artikel „Die Schicht ruft“ in der Neuen Westfälischen vom 22.02.2012

•02/03/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Moderne Zwangsarbeit

Während auf der einen Seite Massenarbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Zwangs­maßnahmen gegen Arbeitslose, wie die 1-Euro-Jobs, minimal steigende Löhne und unsichere Arbeits­verhältnisse stehen, blüht auf der anderen Seite dass Geschäft vieler Unternehmen. Die Konkurrenz auf dem Ar­beitsmarkt drückt die Löhne und den Mut mehr zu fordern. Nicht zuletzt verschärfen auch die Justizvoll­zugsanstalten mit ihrem Heer frei verfügbarer, rechtloser und unterbezahlter Gefangener diese Situation noch zusätzlich. Weiterlesen ‘Stellungnahme der Anti-Knast-Gruppe zum Artikel „Die Schicht ruft“ in der Neuen Westfälischen vom 22.02.2012′

Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch!

•27/02/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Gegen 1000 Kreuze!
Zum wie­der­hol­ten Mal wol­len am 10. März 2012 christ­lich-​fun­da­men­ta­lis­ti­sche Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen unter dem Motto „1000 Kreu­ze für das Leben“ durch Müns­ters In­nen­stadt zie­hen. Sie selbst geben als ihr Haupt­an­lie­gen an, mit ihrem Ge­bets­zug ein „Zei­chen zum Ge­den­ken der 1000 Kin­der [Em­bryo­nen], die an einem ge­wöhn­li­chen Werk­tag in Deutsch­land ge­tö­tet wer­den,“ set­zen zu wol­len. Als weiße Holz­kreu­ze tra­gen­de Pro­zes­si­on geben diese Chris­t_in­nen nicht nur ein gro­tes­kes Bild ab, mit ihren re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen pro­pa­gie­ren sie ein, frau­en­feind­li­ches, se­xis­ti­sches und ho­mo­pho­bes Welt­bild. Be­reits in den letz­ten Jah­ren or­ga­ni­sier­te sich da­ge­gen viel­fäl­ti­ger Pro­test und auch in die­sem Jahr sol­len die re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen nicht un­wi­der­spro­chen blei­ben. Weiterlesen ‘Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch!’

Strafbefehl verweigern – Staatsanwalt ins Klo

•17/02/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Folgend ein Artikel aus dem Autonomen Blättchen # 08 zum Thema Repression / Strafbefehle. Auch wir denken, dass sich dazu wieder vermehrt Gedanken gemacht werden sollte.

Gemeinsam gegen staatliche Repression!

(anklicken –> pdf)

Das Autonome Blättchen ist natürlich auch in Papierform im Infoladen Anschlag erhältlich.

Unterstützt den Hungerstreik von Pit!

•16/02/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Pit Scherzl – inhaftiert in der JVA Rheinbach – befindet sich seit dem 01.02.2012 in einem unbefristeten Hungerstreik. Er protestiert damit gegen die unzumutbaren Bedingungen im Knast und setzt somit den Kampf von André B. Moussa Schmitz, der seinen Hungerstreik abbrach, fort. Werner Braeuner (kämpfender Inhaftierter in der JVA Sehnde) schloss sich am 09.02. Pits Hungerstreik an. Pit ist Initiator der IvI, setzt sich für die Rechte von Gefangenen ein und kritisiert das Knastsystem im allgemeinen. Da er sich dem Knast nicht unterwirft, sondern gegen jede unrechtmäßige Behandlung per Anzeige oder Klage vorgeht, ist er der Justiz und der Knastleitung ein Dorn im Auge. Er beruft sich auf das Gesetz und versucht da wo sich Wärter*innen, Richter*innen und Psycho-log*innen nicht an ihre „eigenen Regeln“ halten, gegen eben jene gerichtlich vorzugehen. Vor Gericht wird ihm jedoch erst gar nicht geglaubt (im Knast hast du meist keine Zeug*innen auf deiner Seite), er wird als Lügner dargestellt oder gar als Jemand der unter einem „Beschwerdewahn“ leidet. Nötigungen, Bedrohungen, Entzug von verordneten Medikamenten und unter-lassende Hilfeleistung sind an der Tagesordnung. Der Knast duldet keine Wider-sacher*innen und der Corpsgeist unter den Beamt*innen ist gefäng-nisübergreifend ausgeprägt. Wer sich nicht gefallen lässt wie mit ihm*ihr umgegangen wird, wird niedergemacht.
Pits Forderungen: „Er wird […] den Hungerstreik erst dann beenden wenn über dessen Reststraf-anträge (wie lange er noch sitzen muss) beschieden wurde und er zu seinem Schutz vor weiteren Repressalien der Vollzugsbehörden entlassen oder in den s.g. offenen Vollzug verlegt wird […].“
Außerdem befinden sich seit Ende Januar in der JVA Würzburg 125 Gefangene in einem Hungerstreik für bessere Haftbedingungen.

Wir solidarisieren uns mit Pit und den anderen kämpfenden Gefangenen, aufgrund ihrer Situation und da sie sich nicht unterkriegen lassen.

Gemeinsam gegen das Knastsystem!
Ein Kampf – Drinnen und Draussen!

Informiert euch, zeigt euch solidarisch.
Lasst uns die Mauern durchbrechen und die Situation der Gefangenen in die Öffentlichkeit tragen.

Eine einfache Postkarte mit ein paar solidarischen Grüßen ist für Gefangene bereits ein erhellender Lichtblick im grauen Knastalltag.

Für eine Gesellschaft, die keine Knäste benötigt!

Anti-Knast-Gruppe (Bielefeld)

Pits Anschrift:
Peter Scherzel
Postfach 1267
56451 Westerburg

Faschismus und Rassismus sind keine Meinungen, sondern Ideologien der Vernichtung

•16/01/2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Text zur Wechselwirkung zwischen Medien, Staat und Nazis

Seit vor einigen Wochen bekannt wurde, dass eine Gruppe von Nazis über viele Jahre im Untergrund lebte und in dieser Zeit, ungehindert von Polizei und Staatsschutz, in Zusammenarbeit mit Unterstützer*innen mindestens 9 rassistisch motivierte Morde und vermutlich weitere Anschläge begingen, ist die Betroffenheit und das Entsetzen in der Öffentlichkeit wieder groß: Die Kanzlerin spricht von einer „Schande für Deutschland“, die Medien überschlagen sich mit der bislang vernachlässigten Entdeckung von Nazigewalt, bürgerliche Gruppierungen fangen an, der Toten schweigend zu gedenken und alle zusammen stimmen in einen NPD-Verbotschor ein. Weiterlesen ‘Faschismus und Rassismus sind keine Meinungen, sondern Ideologien der Vernichtung’

 
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